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Erste Hilfe beim Hund - Was du im Notfall wissen und tun solltest

  • Autorenbild: Helena
    Helena
  • 8. Aug. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Aug. 2025

Ein Schwarzer Hund mit verbundenem Bein
Beinchen rasiert und verbunden

Wenn unser Hund plötzlich Schmerzen hat, sich verletzt oder gar bewusstlos ist, steigt unser Puls – und unser Kopf schaltet in den Panikmodus. Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein: mit einem gut ausgestatteten Erste-Hilfe-Set, etwas Grundwissen – und dem klaren Hinweis:


Du ersetzt nicht den Tierarzt. Aber du kannst deinem Hund helfen, bis ihr dort seid.


Deine Hausapotheke für den Hund: Das gehört rein

  • Sterile Kompressen

  • Mullbinden & Fixierbinden (am besten auch selbsthaftende)

  • Schere mit abgerundeter Spitze

  • Einweghandschuhe

  • Desinfektionsspray oder -tücher (ohne Alkohol!)

  • Wund- und Heilsalbe (z. B. Zinksalbe)

  • Zeckenzange oder -karte

  • Pinzette

  • Fieberthermometer (rektal! Normaltemperatur Hund: 37,5–39 °C)

  • Einwegspritze (ohne Nadel)

  • Augenspüllösung oder sterile Kochsalzlösung

  • Maulschlinge oder Maulkorb (auch verletzte Hunde können schnappen)

  • Notfallnummern (Tierarzt, Klinik, Giftnotruf)

Optional (aber sehr sinnvoll):

  • Aktivkohle-Tabletten (bei Vergiftungsverdacht, nur nach Rücksprache!)

  • Sauerkraut (roh & fein gehackt, falls dein Hund etwas verschluckt hat – mehr dazu unten)


Mehr dazu hier: Erste Hilfe Set und Hausapotheke für Hunde


Die häufigsten Erste-Hilfe-Situationen – und was du tun kannst


1. Vergiftung

Symptome:

  • Erbrechen, Zittern, Apathie

  • Durchfall, erhöhter Speichelfluss

  • Unkoordiniertes Verhalten, Atemprobleme


Was tun?

  • Nicht zum Erbrechen bringen, es sei denn, der Tierarzt sagt es!

  • Sofort Tierarzt anrufen oder Giftnotruf kontaktieren

  • Wenn du weißt, was dein Hund gefressen hat: Verpackung mitnehmen


Aktivkohle kann helfen, Gifte im Magen zu binden – aber nur nach Rücksprache mit dem Profi!

Sauerkraut kann helfen, verschluckte Kleinteile (z. B. Spielzeugteile, Knochenstückchen) „einzupacken“ und auszuschleusen – aber auch das bitte mit dem Tierarzt abstimmen!


2. Fremdkörper im Maul oder Hals


  • Hund reibt Maul, würgt, hustet oder speichelt stark

  • Sichtbarer Fremdkörper?


Maul vorsichtig öffnen und nachsehen (Vorsicht: Verletzungsgefahr für dich!) Wenn erreichbar und sicher zu entfernen: vorsichtig herausnehmen.

Ansonsten: Sofort Tierarzt!


3. Hitzeschlag / Überhitzung


  • Hecheln, Kreislaufschwäche, Bewusstlosigkeit

  • Hochrote Schleimhäute, glasiger Blick


  1. Hund sofort an einen kühlen Ort bringen

  2. Nasses Handtuch zum Abkühlen? Ja – aber nie komplett zudecken!

  3. Lieber Pfoten und Beine kühlen (z. B. feuchtes Handtuch um die Läufe)

  4. Kein kaltes Wasser einflößen! Nur frisches Wasser anbieten

  5. Tierarzt!


4. Blutungen erkennen und stoppen


Blutet dein Hund stark (z. B. an der Pfote, am Bein oder an der Rute), brauchst du schnell einen Druckverband.


So legst du einen Druckverband beim Hund richtig an:

  1. Reinigen (wenn möglich):Mit sterilem Wasser oder Kochsalzlösung spülen – ohne Reibung, ohne Seife.

  2. Wunde abdecken: Eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch direkt auf die Wunde legen.

  3. Druckpolster auflegen: Ein zusammengerollter Mullverband, eine weitere Kompresse oder Stoffrolle direkt auf die Wunde drücken.

  4. Fixieren: Mit einer elastischen Binde (z. B. Mull- oder selbsthaftende Binde) zügig umwickeln – nicht zu fest, aber mit genug Spannung, um den Druck zu halten. Immer von unten nach oben wickeln.

  5. Achtung bei Pfotenverletzungen: Zwischen den Zehen polstern, z. B. mit Mull oder einem weichen Stoffstück, damit keine Wundstellen oder Druckstellen entstehen.

  6. Durchblutung checken: Zehen kurz zusammendrücken.

    Sie sollten erst blass, dann in max. 2 Sekunden wieder rosig werden. Bei Taubheit, Kälte oder Schwellung: Verband lockern!

  7. Vermerk für den Tierarzt:→ Uhrzeit notieren, wann der Verband angelegt wurde.


Und das Wichtigste zum Schluss:


Erste Hilfe heißt nicht: Ich heil das selbst.

Es heißt: Ich überbrücke die Zeit bis zur professionellen Hilfe.


Ob Vergiftung, Verletzung oder Überhitzung – kontaktiere IMMER einen Tierarzt oder eine Tierklinik. Erste-Hilfe-Kurse für Hunde werden übrigens auch von vielen Hundeschulen angeboten – das kann im Ernstfall wirklich Gold wert sein.

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